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Lauftraining für Anfänger: Wie jogge ich richtig?

Wie jogge ich richtig als Anfänger? Fitnesscoach Hector erklärt Lauftechnik, Puls, Trainingsplan und wie du mit Joggen effektiv abnehmen kannst.

Aktualisiert 8 Min. Lesezeit

Lena stand an einem Dienstagabend in der Umkleidekabine ihres Sportvereins und fragte sich genau das, was so viele Einsteiger beschäftigt: Wie jogge ich richtig, ohne mich zu überfordern, Knieprobleme zu riskieren oder nach drei Minuten außer Atem aufzugeben? Die gute Nachricht ist — richtig joggen lässt sich lernen, und der Einstieg ist einfacher als die meisten denken.

Wie jogge ich richtig als Anfänger? Die ersten Schritte

Wer zum ersten Mal laufen gehen möchte, begeht häufig denselben Fehler: zu schnell, zu weit, zu früh. Als Fitnesscoach sehe ich das immer wieder in meiner Praxis — ambitionierte Einsteiger, die nach zwei Wochen aufgeben, weil sie sich von Beginn an zu viel zugemutet haben. Dabei ist Joggen für Anfänger vor allem eine Frage des richtigen Tempos und einer realistischen Erwartungshaltung.

Der wichtigste Tipp vorab: Beginne mit Intervallen aus Laufen und Gehen. Ein bewährtes Schema für die erste Woche sieht so aus — 2 Minuten locker laufen, dann 3 Minuten zügig gehen, das Ganze fünf- bis sechsmal wiederholen. So gewöhnt sich dein Körper schrittweise an die Belastung, ohne die Gelenke zu überlasten.

Bevor du loslegst, lohnt sich ein kurzer Gesundheits-Check-up, besonders wenn du länger keinen Sport gemacht hast oder über 40 bist. Ein Arztgespräch klärt, ob dein Herz-Kreislauf-System für das regelmäßige Lauftraining bereit ist. Außerdem solltest du in vernünftige Laufschuhe investieren — ein guter Sportfachhandel analysiert deinen Laufstil und empfiehlt dir den passenden Schuh. Mit dem falschen Schuh riskierst du unnötige Knie- und Rückenprobleme.

Als Lauftraining für Anfänger empfehle ich außerdem, die ersten Einheiten auf weichem Untergrund zu absolvieren — Waldwege oder Wiesen sind kniefreundlicher als Asphalt. Plane drei Einheiten pro Woche ein, immer mit mindestens einem Ruhetag dazwischen.

Die richtige Lauftechnik: Richtiger Laufstil und Haltung

Laufen und Joggen wirken selbstverständlich — du machst es schließlich seit der Kindheit. Doch ein bewusster richtiger Laufstil schützt dich vor Verletzungen und macht dich langfristig effizienter. Beim Joggen geht es nicht darum, möglichst athletisch auszusehen, sondern darum, ökonomisch zu laufen.

Körperhaltung und Arme

Dein Oberkörper sollte leicht nach vorne geneigt sein — nicht gebeugt, aber auch nicht aufrecht wie ein Soldat. Stell dir vor, dass du mit der Brust einen Ball vor dir her schiebt. Der Blick geht etwa 10 bis 15 Meter nach vorne, nicht auf den Boden. Die Schultern sind entspannt und tief, die Hände locker geballt, als hieltest du ein rohes Ei. Deine Arme pendeln im 90-Grad-Winkel neben deinem Körper — sie treiben dich vorwärts und halten das Gleichgewicht.

Vorfuß, Mittelfuß oder Ferse?

Die Frage nach dem richtigen Aufsetzen des Fußes beschäftigt Hobbyläufer seit Jahren. Kurz erklärt: Bei der Fersenlandung setzt du den Fuß weit vor dem Körperschwerpunkt auf — das bremst dich bei jedem Schritt leicht ab und erzeugt Stöße, die durch den ganzen Körper laufen. Beim Mittelfußlaufen setzt du den Fuß direkt unter oder minimal vor dem Körperschwerpunkt auf; beim Vorfußlaufen noch weiter vorne auf dem Ballen.

Für Anfänger ist ein natürlicher Mittelfußlauf ideal — er verteilt die Aufprallkräfte gut und ist für die meisten Menschen intuitiv erreichbar. Du musst deinen Stil nicht von heute auf morgen umbauen; schlechte Gewohnheiten lösen sich oft schon auf, wenn du einfach langsamer läufst.

Die Schrittfrequenz sollte bei 170 bis 180 Schritten pro Minute liegen. Das klingt nach viel — in der Praxis bedeutet es kompaktere, schnellere Schritte statt langer Ausholbewegungen, was Gelenke schont.

Laufen trainieren im aeroben Bereich: Puls und Atmung

Ein häufiger Fehler beim Joggen ist es, zu hart zu trainieren. Dabei liegt der eigentliche Trainingsreiz fürs Abnehmen und für den Aufbau der Ausdauer vor allem im aeroben Bereich — also dort, wo dein Körper hauptsächlich Sauerstoff zur Energiegewinnung nutzt.

Dein aeroben Bereich liegt grob zwischen 60 und 75 Prozent deiner maximalen Herzfrequenz. Eine einfache Schätzformel für die Maximalherzfrequenz lautet: 220 minus dein Lebensalter. Bist du 35 Jahre alt, ergibt das eine maximale Herzfrequenz von etwa 185 Schlägen pro Minute — dein optimaler Joggingpuls läge dann zwischen 111 und 139 Schlägen.

Die Atmung beim Joggen sollte entspannt und gleichmäßig sein. Am besten atmest du durch Mund und Nase gleichzeitig ein, der Körper wählt automatisch den Weg des geringsten Widerstands. Ein rhythmisches Muster — etwa dreimal einatmen, zweimal ausatmen — hilft manchen Läufern, einen gleichmäßigen Tritt zu finden.

Trainingszone im Überblick:

  • 60–75 % der max. HF: Aerober Bereich, ideal zum Fettabbau und Grundlagenausdauer
  • 75–85 % der max. HF: Anaerober Bereich, steigert Leistung, aber kein langer Dauerlauf
  • >85 % der max. HF: Hochintensiv, für Anfänger nicht geeignet

Ein Pulsuhren-Tracking ist praktisch, aber nicht zwingend notwendig. Nutze die Sprechprobe: Kannst du ganze Sätze sprechen, bist du im richtigen Bereich. Keuchst du einsilbige Antworten, läufst du zu schnell.

Wie jogge ich richtig zum Abnehmen? Fettverbrennung effektiv nutzen

Viele fragen sich, wie sie beim Joggen richtig abnehmen können — und ob es eine spezielle Technik gibt, um Fett zu verbrennen. Die kurze Antwort: Ja, die Intensität spielt eine entscheidende Rolle.

Im aeroben Bereich, bei moderatem Tempo, greift dein Körper bevorzugt auf Fettreserven zurück. Das bedeutet: Ein lockerer 45-minütiger Dauerlauf verbrennt relativ mehr Fett als ein hochintensiver 20-minütiger Sprint — auch wenn die Gesamtkalorienzahl beim Sprint möglicherweise ähnlich ausfällt. Für Frauen, die mit dem Laufen gehen anfangen, um abzunehmen, empfehle ich daher explizit die längeren, moderaten Einheiten statt sich gleich zu quälen.

Entscheidend ist aber auch der sogenannte Nachbrenneffekt: Nach intensiveren Einheiten — wenn du gelegentlich kurze Sprints einbaust — bleibt der Kalorienverbrauch noch Stunden nach dem Training erhöht. Eine clevere Kombination aus 80 Prozent lockeren Läufen und 20 Prozent flotten Einheiten erwies sich in der Sportwissenschaft als besonders effektiv fürs Abnehmen.

Achte darauf, nicht nüchtern zu laufen, wenn du Anfänger bist — dein Körper braucht Energie für die Muskelarbeit. Eine kleine Mahlzeit 1,5 bis 2 Stunden vor dem Lauf, etwa Haferflocken mit Banane, versorgt dich optimal. Vergiss außerdem nicht die Regeneration nach dem Laufen — wer seinen Körper nicht ausreichend erholen lässt, bremst seinen eigenen Fortschritt.

Nicht das schnellste Tempo, sondern die konsequente Regelmäßigkeit entscheidet darüber, ob Joggen zum Abnehmen wirklich wirkt.

Dein Einsteiger-Trainingsplan: Wieviel joggen pro Woche?

Die häufigste Frage, die ich von neuen Läufern höre: Wie viel ist genug, und wie viel ist zu viel? Die Antwort hängt von deinem aktuellen Fitnessniveau ab, aber es gibt gute Faustregeln.

Für absolute Anfänger gilt: drei Einheiten pro Woche sind ideal. Mehr bringt am Anfang keine besseren Ergebnisse, dafür aber ein deutlich höheres Verletzungsrisiko. Zwischen den Laufeinheiten sollte mindestens ein Ruhetag liegen — dein Körper repariert und stärkt sich in den Erholungsphasen, nicht beim Training selbst.

Ein konkreter 8-Wochen-Plan

WocheEinheit 1Einheit 2Einheit 3
1–22 min laufen / 3 min gehen × 5Gleich wie E1Gleich wie E1
3–43 min laufen / 2 min gehen × 5Gleich wie E1Gleich wie E1
5–65 min laufen / 2 min gehen × 4Gleich wie E1Gleich wie E1
7–88 min laufen / 2 min gehen × 3Gleich wie E120 min Dauerlauf versuchen

Nach acht Wochen solltest du in der Lage sein, 20 bis 30 Minuten am Stück zu laufen — das ist ein realistisches und gesundes Ziel. Wer danach mehr will, kann mit intensiveren Intervallen experimentieren; intensives Ausdauertraining wie HIIT eignet sich erst dann, wenn du die Grundlagenausdauer aufgebaut hast.

Häufige Fehler vermeiden

Einige Fehler schleichen sich fast bei jedem Anfänger ein:

  • Zu schnell zu viel: Steigerung der Wochenkilometer um maximal 10 Prozent pro Woche
  • Kein Aufwärmen: Mindestens 5 Minuten zügiges Gehen plus dynamisches Dehnen vor dem Lauf
  • Falsches Schuhwerk: Ein zu weicher oder zu harter Schuh kann Knieschmerzen auslösen
  • Ausdehnung vernachlässigen: Nach dem Lauf statische Dehnübungen für Waden, Oberschenkel und Hüfte — je 30 Sekunden halten

Ebenso wichtig: Höre auf deinen Körper. Schmerzen beim Laufen sind kein Zeichen von Stärke — sie sind ein Signal, das du ernst nehmen solltest. Muskelkater ist normal, Gelenkschmerzen sind es nicht. Im Zweifelsfall lieber einen Tag mehr pausieren und Krafttraining für Anfänger zu Hause als ergänzendes Training einbauen, um Muskelungleichgewichte zu korrigieren.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie jogge ich richtig als Anfänger?
Starte mit Lauf-Geh-Intervallen: 2 Minuten locker laufen, dann 3 Minuten gehen, fünf- bis sechsmal wiederholen. Halte dein Tempo so niedrig, dass du dich noch unterhalten könntest. Drei Einheiten pro Woche mit mindestens einem Ruhetag dazwischen reichen für den Einstieg vollkommen aus.
Wie jogge ich richtig, um abzunehmen?
Laufe im aeroben Bereich bei 60–75 % deiner maximalen Herzfrequenz. In dieser Zone verwertet der Körper bevorzugt Fett als Energiequelle. Längere, moderate Läufe (45 Minuten) sind für die Fettverbrennung effektiver als kurze, intensive Sprints. Regelmäßigkeit ist entscheidender als Intensität.
Wie jogge ich richtig, um Fett zu verbrennen?
Die optimale Fettverbrennungszone liegt bei etwa 65–75 % der maximalen Herzfrequenz. Berechne deine Maximalfrequenz grob mit 220 minus deinem Lebensalter. Eine Mischung aus 80 % lockeren Dauerläufen und 20 % flotten Einheiten mit Nachbrenneffekt gilt als besonders effektiv.
Wieviel joggen pro Woche ist für Anfänger sinnvoll?
Drei Einheiten pro Woche sind ideal für Einsteiger. Mehr bringt anfangs kein besseres Ergebnis, erhöht aber das Verletzungsrisiko deutlich. Steigere deine Wochenkilometer nie um mehr als 10 % auf einmal, um Überlastungsschäden zu vermeiden.
Welcher Laufstil ist für Anfänger am besten?
Ein natürlicher Mittelfußlauf ist für die meisten Anfänger optimal. Setze den Fuß unter oder knapp vor dem Körperschwerpunkt auf, neige den Oberkörper leicht nach vorne, halte die Schultern entspannt und die Arme im 90-Grad-Winkel. Eine Schrittfrequenz von 170–180 Schritten pro Minute schont die Gelenke.
Was ist der Unterschied zwischen Vorfuß- und Mittelfußlaufen?
Beim Mittelfußlaufen setzt du den Fuß direkt unter dem Körperschwerpunkt auf, was Aufprallkräfte gut verteilt — ideal für Anfänger. Beim Vorfußlaufen landest du auf dem Ballen, was mehr Wadenbelastung bedeutet und Erfahrung voraussetzt. Die Fersenlandung weit vor dem Körper bremst bei jedem Schritt und erhöht die Gelenkbelastung.

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